| Ein kleiner "Türkei-Knigge"... | |
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Aber Atatürk ist
eine türkische Integrationsfigur, eben "der Vater der Türken", ohne
ihn gäbe es keine Türkei in den heutigen Grenzen, vielmehr wären weite
Teile des Landes zwischen den Siegermächten des ersten Weltkrieges verteilt
worden, ohne ihn gäbe es keine Republik mit Trennung zwischen Staat
und Religion, kurzum, das gesamte Staatsgebilde ist auf seinen Ideen
aufgebaut. Über Atatürk diskutiert man nicht, dazu sind seine Errungenschaften
für das Land zu übermächtig. Schon die Kleinsten werden in den Schulen
zu einer richtiggehenden "Verehrung" Atatürks angehalten,
die viele Deutsche befremdlich finden mögen.
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Ein zweites Reizthema voller Mißverständnisse zwischen Türken und Europäern ist "die Lage der Kurden". Selbstverständlich ist einiges im Argen und es gibt unschuldige Opfer - allerdings auf beiden Seiten. Aber Europäer
setzen immer wieder "die Kurden" mit "der PKK" gleich, dies ist
eindeutig falsch. Im Land verteilt leben Millionen Kurden völlig
normal und unbehelligt, arbeiten und machen Geschäfte sowie distanzieren
sich von der PKK oder deren Nachfolge-Organisation Kongra-GEL
als einer terroristischen Vereinigung genauso wie die Türken.
Als die PKK im Jahre 1999 Bombendrohungen für
Touristengebiete verbreiten ließ, haben sich viele kurdische Geschäftsleute
ganz genauso aufgeregt wie ihre türkischen Nachbarn ob des Rückgangs
der Touristen. Dasselbe geschieht regelmässig jdes Jahr zu Beginn der
Buchungszeiträume für die neue Saison, wenn kurdische
"Freiheitskämpfer" das Ende des seit der Festnahme des
PKK-Führers Öcalan verkündeten Waffenstillstands erklären
und Touristen wie Investoren warnen. Selbst ranghohe kurdische Politiker(innen)
lehnten dies allerdings ab. |
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| Auch die in letzter Zeit im Zuge der EU-Verhandlungen entstandenen Diskussionen um Nordzypern, die Armenierfrage, Behandlung von Frauen etc. sollten nicht wirklich ein Thema für Urlaubsunterhaltungen und sie sollten sich gut überlegen, mit wem sie eine solche Diskussion anfangen. | |
Autofahren: Wer ein guter und vorausschauender
Autofahrer ist, wird in der Türkei kaum Probleme bekommen. Aber fahren
Sie stets frei nach der Toyota-Devise: "Nichts ist unmöglich". Achten
Sie auf Widrigkeiten wie Schlaglöcher, ungesicherte Baustellen und plötzlich
auftauchende Kinder sowie Tiere auf der Straße. Natürlich ist`s immer
Geschmacksache, aber wir fahren dort sogar lieber als in Deutschland,
die Autofahrer beharren weniger stur "auf ihrem Recht" und kein anderer
Verkehrsteilnehmer käme auf den Gedanken, einen wegen Lappalien wie
rechts überholen anzuzeigen. Vorsicht allerdings bei Überlandfahrten
zu nächtlicher Stunde, diese erfordern hohe Konzentration, vor allem
wegen der hohen LKW-Dichte auf Landstraßen, mitunter wird wild überholt
und manche der Lastwägen sind bar jeder Beleuchtung. |
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